«Militärkaserne» – Schadstoffsanierung im denkmalgeschützten Bestand

Seit 2022 begleitet die Ecosens AG das Projekt «Militärkaserne Zürich – Gesamtinstandsetzung und Umbau» des Kantons Zürich in der Stadt Zürich im Fachbereich Gebäudeschadstoffe. Ausgangspunkt bildeten bestehende Fremdgutachten, auf deren Basis wir gezielte Detailabklärungen durchführten und sämtliche Erkenntnisse in einer übergeordneten Dokumentation zusammenführten. Bauherr ist die Baudirektion Kanton Zürich.

Eine besondere Herausforderung stellte die Nutzung des Gebäudes dar: Vertiefte Untersuchungen, insbesondere Sondagen, konnten erst nach Auszug der Nutzer kurz vor Sanierungsbeginn durchgeführt werden. Die Fachplanung und die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen erfolgten deshalb bereits vorgängig zur Ausführung der Sondagen. So galt es, die Planung laufend mit den im Zuge der weiteren Abklärungen gewonnenen Erkenntnissen abzugleichen.

Besondere Anforderungen stellte zudem der Denkmalschutz. Die geplante Schadstoffsanierung musste mit dem Erhalt schützenswerter Bauteile in Einklang gebracht werden. Dies betraf unter anderem Farbanstriche auf historischen Holzkonstruktionen (Täfer, Fussleisten, Zargen), asbesthaltigen Brandschutz am Mobiliar sowie asbesthaltigen Abrieb auf geschütztem Grundputz.

Die Ecosens AG begleitete die Sanierungsarbeiten fachlich und stellte die korrekte Umsetzung der Schadstoffmassnahmen sicher. Neben typischen Asbestvorkommen wie Fliesenklebern und asbesthaltigen Verputzen, Bodenbelägen und Brandschutzmaterialien wurden auch schwermetallhaltige Korrosionsschutzanstriche saniert.

Im Rahmen der schrittweisen Sanierung und Entkernung kamen zudem bisher unbekannte Schadstoffvorkommen zum Vorschein. Besonders anspruchsvoll waren alte Heizleitungen aus den 1920er Jahren, die mit leichten, asbesthaltigen Platten ummantelt und in den 1960er Jahren nachträglich mit PU gedämmt worden waren, ohne dass dabei die alten Dämmungen aus Asbest vollständig entfernt wurden. Um das tatsächliche Ausmass zu erfassen, mussten sämtliche im Gebäude vorhandenen Rohrleitungen über ihre gesamte Länge abisoliert und kontrolliert werden.

Das Projekt zeigt eindrücklich, wie wichtig eine flexible, fachlich fundierte Schadstoffplanung und ein schlagkräftiges Team bei Sanierungen im historischen Gebäudebestand ist – insbesondere dann, wenn neue Erkenntnisse erst während der Ausführung sichtbar werden.

Ansprechpartner: Lukas Uhlmann